Felix Krieger, geboren in Freiburg i.Br. , erhielt früh Klavier und Viola Unterricht und begann sein Klavierstudium 1988 als Jungstudent an der Musikhochschule Freiburg. Nach dem Abitur absolvierte er ein Kapellmeisterstudium bei Prof. Klauspeter Seibel an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, das er mit einer Aufführung von Brahms Erster Symphonie mit den Hamburger Symphonikern erfolgreich beendete.

Bereits in Hamburg wurde ihm die musikalische Leitung mehrerer Opernproduktionen am Forum Junges Musiktheater anvertraut, u.a. Menottis Old maid and the thief und Rosenfelds Die Verweigerung. Letztere wurde wegen des großen Anklangs bei Hastedt auch als CD produziert. Außerdem leitete er in dieser Zeit das Hamburger Landesjugendorchester in Rossinis Il barbiere di Siviglia und Ravels L´heure espangnole ebendort.

Mit Carlo Maria Giulini im Teatro Verdi in Florenz, 2001
Mit Carlo Maria Giulini im Teatro Verdi in Florenz, 2001

Als Gewinner des Wettbewerbs für Junge Europäische Dirigenten in Fiesole bekam er die Möglichkeit, in einem Zweijahreskursus bis 2001 seine Dirigentenausbildung in der Meisterklasse von Carlo Maria Giulini an der Scuola di Musica di Fiesole in enger Zusammenarbeit mit dem Orchestra Giovanile Italiana zu vervollständigen.

Felix Krieger war Stipendiat der Oskar und Vera Ritter Stiftung sowie Stipendiat des Richard Wagner Verbandes.

Mit Claudio Abbado in der Berliner Philharmonie, 2004
Mit Claudio Abbado in der Berliner Philharmonie,
2004 (© Cordula Groth)

Nach einer Assistenz für das Silvesterkonzert 1995 der Berliner Philharmoniker wurde er von Claudio Abbado eingeladen, von 1996 bis 1998 als sein Musikalischer Assistent beim Berliner Philharmonischen Orchester sämtliche Konzerte zu assistieren. Bei den Salzburger Pfingst- und Sommerfestspielen 1997 leitete er zudem die Bühnenmusik in Wozzeck und studierte Anfang des Jahres 1998 Abbados Falstaff Produktion an der Staatsoper Unter den Linden als Assistent mit ein.

Auf dem Sommerfestival 1999 in Aix-en-Provence und der darauf folgenden Tour betreute er als Assistent die Zauberflötenproduktion der Musikakademie des Festivals. Hier dirigierte er außerdem die Uraufführung von Diagonal des zeitgenössischen Komponisten Luis Naón mit den Solisten des Orchestre de Paris.

Mit Michael Gielen  bei der Probe zu dessen Werk „Pflicht und Neigung“, das einen Co-Dirigenten erfordert, in der Alten Oper Frankfurt, 2001
Mit Michael Gielen bei der Probe zu dessen Werk "Pflicht und Neigung",
das einen Co-Dirigenten erfordert, in der Alten Oper Frankfurt, 2001
(© Anna Meuer)

Desweiteren verband ihn eine Zusammenarbeit mit Michael Gielen, bei dessen Orchesterstück Pflicht und Neigung er auf einer Deutschlandtournée des SWR-Orchesters im Frühjahr 2001 als Co-Dirigent mitwirkte. Sein allererstes Opernengagement führte ihn an das Staatstheater Kassel, wo er für die musikalische Leitung der Neuproduktion von Die lustige Witwe in der Saison 1997/98 verpflichtet wurde.

Von 2000 bis 2003 war er als Erster koord. Kapellmeister am Theater Bielefeld engagiert, wo er neben den eigenen Produktionen Werthér und Coppélia zahlreiche andere Produktionen dirigierte, u.a. Cosi van tutte, Hänsel und Gretel, Lucia di Lammermoor, Lulu, Otello, Rusalka, La Traviata, Il Trovatore, Zauberflöte.

Im September 2003 debütierte er mit Ein Lindentraum (Ballettabend von Uwe Scholz mit Mozarts Jeunehomme Klavierkonzert und der zweiten Symphonie von Schumann) an der Deutschen Staatsoper Unter den Linden in Berlin. Hier betreute und leitete er als ständiger Gast bis 2006 zahlreiche Vorstellungen mit den jährlichen Wiederaufnahmen von Ein Lindentraum und Schwanensee sowie auch von Without Words mit Tschaikowskis zweitem Klavierkonzert und Weberns Fünf Sätze Op.5.

Eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Chelsea Opera Group führte ihn in den vergangenen Jahren mehrmals nach London. Sein Londoner Debut im Frühjahr 2001 mit der britischen Erstaufführung von Rachmaninoffs Operneinakter Der geizige Ritter in Verbindung mit dessen Francesca da Rimini wurde von Presse und Publikum einhellig gefeiert und führte zu Wiedereinladungen mit den konzertanten Produktionen Les pechêurs de perles und Idomeneo sowie zu Aufnahmen verschiedener Werke der Mannheimer Schule mit dem BBC Scottish Symphony Orchestra.

In den jährlich stattfindenen Nominierungen von Primi-Divi wurde er für seine konzertante Idomeneo Aufführung in der Cadogan Hall in London in der Saison 2006/07 sowohl in der Kategorie "Bester Dirigent" als auch in der Kategorie "Bestes Konzert" nominiert.

Felix Krieger

Weitere Operndirigate führten ihn nach Lissabon, wo er im Sommer 2006 in der Gulbenkian Foundation eine Produktion der Zauberflöte in der brillanten Neufassung für zwölfköpfiges Ensemble des zeitgenössischen Komponisten Tiziano Manca uraufführte, außerdem übernahm er in der Saison 2006/07 Vorstellungen von Hänsel und Gretel an der Staatsoper Stuttgart.

Darüber hinaus führten ihn Konzertdirigate zu verschiedenen Orchestern im In- und Ausland, so u.a. zu den Bochumer Symphonikern, den Bukarester Philharmonikern, dem Deutschen Symphonie Orchester Berlin, dem Münchener Rundfunkorchester, der Philharmonie der Nationen, den Neubrandenburger Philharmonikern,dem Shanghai Symphony Orchestra in Kooperation mit Mitgliedern des Chicago Symphony Orchestras, dem Orchestra Sinfonica del Lazio e di Roma und dem Pablo Sarasate Orchester in Pamplona sowie dem Puerto Rico Symphony Orchestra.

Felix Krieger

Zu Beginn dieser Spielzeit leitete er die Philharmonie der Nationen bei einem Festakt in Berlin und dirigierte an der Cape Town Opera erfolgreich eine Neuproduktion von Janáceks Das schlaue Füchslein. Kürzlich dirigierte er Beethovens Symphonien 5 + 7 beim Orchestra Sinfonica Siciliana und leitete erstmals eine Schwanensee-Serie an der Deutschen Oper Berlin.

Felix Krieger

Felix Krieger ist Künstlerischer Leiter des Projektes berliner operngruppe -- seltene Opern im Konzert, das er in Berlin ins Leben gerufen hat. Das Pilotprojekt, die deutsche Erstaufführung von Verdis Opernerstling Oberto, Conte di San Bonifacio mit Francesco Ellero d´Artegna in der Titelpartie wurde im vergangenen Mai von Publikum und Presse begeistert begrüßt. Die berliner operngruppe vereint in Chor und Orchester Profis, Semiprofis und hervorragende Berliner Amateure, um ein- bis zweimal jährlich mit hochkarätigen Solisten seltene und hörenswerte Opern gemeinsam zu entdecken und konzertant aufzuführen.

In den kommenden Monaten wird er erneut die Philharmonie der Nationen sowie das Orquestra Sinfonica Paulista dirigieren, desweiteren wird er die Camerata Alberta in Sao Paulo u.a. mit Werken von Stockhausen, Henze und Rihm leiten und erstmals mit dem Stuttgarter Kammerorchester zusammenarbeiten.

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